Newton - Teleskopjustage mit dem Laser Colli™ von
Baader Planetarium
ACHTUNG LASER !
Schauen Sie niemals direkt in den Laserstrahl. Schützen Sie Ihre Augen. Lagern Sie den Laser-Colli™ so, dass er unerfahrenen Erwachsenen oder Kindern nicht zugänglich ist. Bedenken Sie dabei, dass bei stark dejustierten Teleskopen der Laserstrahl aus dem Tubus ausgelenkt wird.

   Deutsche Bedienungsanleitung zum Laser Colli™
  Instruction Manual Baader Laser Colli™

Colli steht als Abkürzung für Collimation oder Kollimation. Das Wort kollimieren bedeutet im weitesten Sinne ausrichten bzw. justieren.

Newton Spiegelteleskope gelten allgemein als anfällig gegen Dekollimation. Und das sind sie auch - zumindest wenn sie häufig zu dunklen Beobachtungsplätzen im Kofferraum eines Autos transportiert werden. Gehören Sie zu solchen Beobachtern, sollte Ihr Laser Colli™ zum Grundzubehör des Teleskops gehören. Mit einiger Übung und einer kleinen Vorarbeit ist das Teleskop in ein oder zwei Minuten sauber neu kollimiert.

Dabei wird das Verfahren eingesetzt, dass ein Spiegelteleskop dann sauber kollimiert ist, wenn der Laserstrahl - aus dem Okularauszug kommend - in sich selbst reflektiert wird.
 
Voraussetzung dafür, dass der Laser Colli zuverlässig funktioniert, ist natürlich, dass der Laserstrahl genau mittig durch die Steckhülse austritt.

Dazu ist der eigentliche Laser im Gehäuse rotationssymmetrisch über 6 Punkte justierbar (diese Justierung wird bei uns im Hause durchgeführt).

Zur Laserjustierung dienen die sechs kleinen Inbusschrauben - also diese bitte nicht verstellen, der Laser wird sonst sofort im Gehäuse verkippt.


Was zeichnet unseren - speziell für Baader Planetarium hergestellten - Laserjustierer nun gegen die vielfältigen Mitbewerber aus ?
Der eigentliche "Clou" unseres Laser Colli™ ist seine spezielle, geätzte Strichplatte und diese unterscheidet ihn von allen anderen, auf dem Markt erhältlichen, Laser Kollimatoren.

Zum einen dient sie dazu, den reflektierten Laserlichtpunkt besser sichtbar zu machen. Wäre an dieser Stelle nur eine einfache Glasplatte, wäre der Lichtpunkt kaum zu erkennen.


Zum anderen erlaubt die Strichplatte - bei einer starken Dejustierung des System (in diesem Fall würde der Laserlichtpunkt die Glasplatte gar nicht treffen) - die Möglichkeit, von hinten durch die Glasplatte in den Tubus zu schauen, um zu sehen in welche Richtung der Strahl grob reflektiert wird. An irgendeiner Stelle der Tubuswandung des Okularauszuges wird dann eine streifende Reflexion sichtbar werden.
  • Weitere Pluspunkte unseres Laser Colli
  • Ganzmetallausführung
  • extrem passgenaue 1¼" Steckhülse
  • Laserstrahlaustritt über eine 0.8mm Blende, somit jetzt auch zur Justage von SC-Teleskopen geeignet

Damit unser Laser Colli möglichst perfekt funktioniert, wird jede Einheit vor der Auslieferung sorgfältig rotationssymetrisch justiert. Das Bild unten (die Abbildung zeigt noch die Justage des Vorgängermodells des Mark III) zeigt den Verlauf dieser Justierung. Ein Problem unter anderen ist, dass die Halbleiterdioden - die den Laserstrahl erzeugen - nicht unbedingt im rechten Winkel zur Strahlrichtung montiert sind und so der Laserstrahl ggf. "schief" aus dem Gehäuse herausstrahlt.

Deshalb wird jede Einheit vor der Auslieferung in einer Okularsteckhülse geklemmt, welche in ein sehr genau rund laufendes Drehbankfutter eingespannt ist. Jede Einheit wird so geklemmt, dass die Schraube zum Ein/Ausschalten des Laser Collis zwischen den beiden Klemmschrauben der Steckhülse steht. Durch diese Ausrichtung werden zusätzlich Mittenfehler kompensiert, die dadurch entstehen, dass zwischen 1¼" Steckhülse des Laser Collis und der 1¼" Aufnahme ja eine gewisse Durchmessertoleranz besteht.

Der Laserstrahl wird auf eine ca. 2.5m entfernte "Zielscheibe" projiziert und durch Drehen des Drehbankfutters mit Hilfe der 6 Justierschrauben exakt rotationssymetrisch justiert. Mit dieser Justage ist sichergestellt, dass der Laserstrahl wirklich exakt die Mitte des zu justierenden Newton Spiegels trifft.
Die Orientierung des Laser-Colli™ Mark III in der Okularsteckhülse

Da sowohl die Steckhülse des Laser-Collis, als auch die Okularsteckhülse jedes Teleskops mechanische Fertigungstoleranzen haben, sollten Sie den Laser-Colli™ Mark III in folgender Orientierung in der Steckhülse montieren:

 
Die weiße punktförmige Markierung (Justierpunkt) sollte in einer Linie mit der Klemmschraube in der Okularsteckhülse liegen (siehe auch Abbildung oben links). Hat Ihre Okularsteckhülse zwei Klemmschrauben unter 120 Grad, sollte der Justierpunkt mittig dazwischen liegen (siehe auch Abbildung oben rechts). Nur so ist gewährleistet, dass die Okularsteckhülse des zu prüfenden Teleskops als justierfähige Führung dienen kann.
 
Die einzelnen Schritte zur Justierung eines Newton Teleskops
1. Schritt

Die Kollimation beginnt immer mit einer Kontrolle und Einstellung des Fangspiegels.
Dabei ist es sehr von Vorteil, dass der Hauptspiegel eine Mittenmarkierung hat. Wie man die aufbringt ist ausführlich in der Anleitung beschrieben, die Sie zum Laser Colli mitgeliefert bekommen oder sich aus unserem Download Bereich (siehe unten) herunterladen können!
Verkippen Sie über die Justierschrauben des Fangspiegels (vorsichtig und in kleinen Schritten) die Kippung des Fangspiegels. Sie sehen dabei direkt auf dem Hauptspiegel, wie sich der Laserpunkt in die Mittenmarkierung (die wir hier voraussetzen) bewegt.

Hier im Bild sieht man auch die drei Justierschrauben des Fangspiegels sehr deutlich.

Steht der Laserpunkt exakt in der Mitte der Markierung, ist der Fangspiegel bereits perfekt justiert.

Nun kann noch der Hauptspiegel schräg zum Fangspiegel oder zum Okularauszug stehen. Dieser wird in Schritt 2 justiert.
2. Schritt
Nun kann noch der Hauptspiegel in seiner optischen Achse zur optischen Achse des Fangspiegels verkippt sein.

Schauen Sie dazu jetzt auf die Gitterkreuzplatte des Laser Colli™. Sehen Sie dort bereits den reflektierten Laserlichtpunkt (rechtes Bild), haben Sie schon "fast gewonnen", denn jetzt müssen Sie nur noch den Hauptspiegel soweit kippen, bis der Laserstrahl in sich selbst reflektiert wird.
Sehen Sie ein solches Bild auf der Gitterkreuzplatte, dann verstellen Sie den Hauptspiegel so lange, bis der reflektierte Strahl durchs Loch fällt und somit in sich selbst reflektiert ist (linkes Bild). Ihr Newton ist nun perfekt justiert. Vergessen Sie nicht den Laser Colli wieder auszuschalten sonst ist die Batterie schnell erschöpft.

Alle anderen Fälle - z.B. die, wo der Hauptspiegel so stark dejustiert ist, dass der Laserstrahl nicht die Gitterkreuzplatte trifft - beschreiben wir ausführlich in der Bedienungsanleitung.

 
Die einzelnen Schritte zur Justierung eines SC Teleskops

Bei Schmidt-Cassegrain Teleskopen kann zur Justierung unser Laser-Colli™ Mark III eingesetzt werden. Dies erfordert das gleiche Vorgehen wie beim Justieren eines Newton Spiegelsystems. Da bei allen handelsüblichen SC-Systemen ist der Hauptspiegel nicht justierbar, daher kommt nur eine Fangspiegeljustage in Frage. Der Fangspiegel ist aber bei diesen Systemen kein Planspiegel, sondern ein ziemlich stark gekrümmter Konvexspiegel.
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Dieser weitet den Laserstrahl sofort merklich auf, mit dem Resultat, dass der reflektierte Punkt bei Lasercollimatoren zu einer großen Streuscheibe wird. Bei unserem Laser-Colli™ Mark III werden hochwertige Industrielaser verbaut um diesen Effekt weitestgehend zu unterbinden. Des weiteren nutzen wir eine spezielle Technik um den ausgehenden Strahl weiter zu schärfen. Dadurch wird der Streukreis wesentlich verkleinert.

Die Justage eines Schmidt Cassegrain Teleskops ist sogar einfacher als bei einem Newton Spiegelsystem. Der Laser-Colli™ Mark III ist fest in der Okularklemme des Schmidt Cassegrain Teleskops ohne Zenitprisma zu befestigen um eine Falschjustage durch einen unsauber eingebauten Fangspiegel zu vermeiden. Bitte achten Sie auch hier darauf, dass die weiße Markierung des Laser-Colli™ Mark III mit der Klemmschraube der Okularklemme in einer Linie steht – oder alternativ dazwischen wenn zwei Klemmschrauben vorhanden sind. Nun können Sie den reflektierten Strahl auf der Strichplatte sehen – er lässt sich einfach durch verstellen der drei Fangspiegel-Justageschrauben so einstellen, dass er in sich selbst zurückfällt.

WARNUNG: Das komplette Lösen aller drei Justageschrauben führt dazu, dass der Fangspiegel aus seiner Halterung fällt - eventuell auf den Hauptspiegel! Das kann zu einer irreparabelen Beschädigung der Optik führen! Bitte justieren Sie Ihr Schmidt-Cassegrain Teleskop nur, wenn Sie den entsprechenden Abschnitt in der Original Anleitung zum Teleskop gelesen haben


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